Montag, 17. April 2017

Ein Tag, drei Flüge, viel Abenteuer! Perth - Brisbane - Gladstone - Heron Island

Obwohl wir es an manchem der schönen Orte an der Westküste Australiens noch etwas länger ausgehalten hätten (hier mehr dazu), war die Zeit zur Weiterreise an die Ostküste gekommen, wo uns wiederum zahlreiche atemberaubende Ziele erwarteten...

Nur: zuerst galt es, diesen Tag zu überstehen... innerhalb der nächsten ca. 15 Stunden waren drei Flüge geplant - als Flugangst-Kandidatin nicht gerade mein liebster Reisetag! HIER (link) habe ich unterdessen 30 Tipps gegen Flugangst zusammengestellt!
Der Flug mit dem Airbus A330 der Quantas Airlines quer über den ganzen Kontinent von Perth bis Brisbane sollte Routine sein, doch der für kurz nach 11 Uhr Nachts geplante Start verzögerte sich. Die Elektronik des Flugzeuges schien nicht ganz in Ordnung zu sein, Beleuchtung und Belüftung funktionierten nicht. Es wurde immer wärmer im Flugzeug und der Passagier vor mir wurde immer nervöser... Schliesslich hatte er solche Panik, dass er wieder aussteigen durfte - auch sein Gepäck wurde herausgesucht und ausgeladen. Nicht gerade beruhigend das Ganze, doch ich schaffte es, meine Flugangst und alle bösen Gedanken und Ängste zu unterdrücken. Tatsächlich starteten wir später sicher und der Nachtflug über Australien verlief ereignislos.
Gegen sieben Uhr morgens landeten wir in Brisbane und machten uns gleich auf den Weg zum Warteraum für den Weiterflug nach Gladstone. Spannend war hier vor allem, wie viele Arbeiter (schon in der Kleidung ihrer jeweiligen Arbeitgeber) auf ihre Flüge zu den Minen im Landesinneren warteten. Da sie keinerlei Gepäck dabei hatten, nehme ich  an, dies war ihr täglicher Arbeitsweg und sie würden Abends jeweils wieder mit dem Flieger zu ihren Wohnorten um Brisbane zurückkehren... Meine Art zu pendeln wäre das nicht!
Der nur etwa einstündige Flug entlang der Küste verlief ruhig - wenn man in einem Propellerflugzeug mit dröhnenden Motoren von ruhig sprechen kann... Ein Erlebnis war der Flug auf jeden Fall!
Unser Flieger, eine Bombardier Dash 8 - 400 schien sich richtig durch den Himmel zu "pflügen"...
Der Flughafen Gladstone war nicht besonders gross und nun verstand ich auch, weshalb uns der Weg zum Gebäude der "Seaplane" Gesellschaft nicht genauer beschrieben worden war: Alles war recht übersichtlich.
Schon vor der Reise waren wir auch informiert worden, dass wir  maximal 15 kg Gepäck pro Person mitnehmen dürften. Viel hatten wir nicht, doch die Berechnung des möglichen Gewichts sah dann sowieso anders aus: Total mögliches Zulade-Gewicht (nach Pilot und Treibstoff) ist 200 kg - minus Gewicht der Passagiere entspricht dem möglichen Mitnahmegewicht für Gepäck. Mogeln gibt's nicht, man wurde vor Ort gewogen. ;-)
Auch sonst war alles eher spontan... Da waren noch zwei Forscher, die auf eine eigentlich unbewohnte Insel gebracht werden wollten, also entschied sich der Pilot für das 4-Passagier-Flugzeug. Auch ein zweiter Pilot kam hinzu - und ich fürchte, der erhielt während unseres Fluges eine Flugstunde...  Nachdem alle Schwimmwesten und Kopfhöhrer anhatten, ging's los...
...in "unserer" De Havilland Canada (Baujahr 1964)... Wie alt das Flugzeug war, konnten wir damals nur schätzen, doch bei meinen Recherchen heute habe ich die ganze Geschichte dazu gefunden: Hier (link) sind viele Fotos zu finden (1964 noch in Schwarz-Weiss...) und auch ein Crash - beziehungsweise ein Überschlag auf dem Wasser - ist 2009 noch unter anderen Besitzern dokumentiert: im Faktenblatt ganz am Schluss findet ihr einen Link zum entsprechenden Zeitungsbericht.
Der Flug war von der Aussicht her wunderschön, aber auch eine Herausforderung für Magen und Nerven...
Nach einigen schon beunruhigenden Situationen kam die Insel Heron in Sicht, wir verloren an Höhe, das Flugzeug schwankte, zog unmittelbar hoch und flog eine enge Kurve. Über Funk hörten wir, wie das Personal an Land schrie und der Pilot grummelte: "bloody snorkelers"!
Der zweite Landeversuch klappte dann problemlos ohne Schnorchler in der "Landebahn" und wir waren glücklich, gut auf Heron angekommen zu sein.
Auf der Koralleninsel Heron verbrachten wir anschliessend traumhafte Tage - darüber werde ich gerne noch berichten! Als nächstes ist jedoch das Thema "Flugangst" (link) an der Reihe:  Ich gebe euch 30 Tipps weiter, welche ich über die Jahre gesammelt und angewendet habe.

Den Überblick zur ganzen Reise findet ihr hier:  Traum-Australienreise: West- und Ostküste (link)
die letzte Etappe hier: Outback-Feeling zwischen Kalgoorlie, Coolgardie und Perth (link)
und den Bericht zu unserem Startpunkt: Ankommen in Perth und weiter geht's... (link)

Liebe Reisegrüsse, Miuh

Kommentare:

  1. Wow, da wäre ich gern dabei gewesen. Ich habe auch Höhenangst, schnappe mir im Flugzeug aber meist die Kamera und bin dann einfach auf Himmel und Landschaft und gute Aufnahmen fokussiert. Das verdrängt die Ängste ganz gut.
    Das Türkisblau des Meeres ist atemberaubend schön und auch die Aussichten. Ich bin gespannt auf Deine weiteren Beiträge.
    Viele Grüße, Synnöve

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  2. Also wenn du das Erlebnis mit den Schnorchlern gut durchgestanden hast, bist du schon in der Meisterklasse der Flugroutinierten ;-) Super schöne Fotos!

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