Sonntag, 26. Februar 2017

Esperance-Kalgoorlie via Scaddan und Norseman

Und weiter geht's mit der Australienreise... Wir wagten uns an eine längere Etappe:
Von Esperance führt die Überlandstrasse in Richtung Norden bis zum Goldgräberstädtchen Kalgoorlie. Die ca. 400 Kilometer lange Strecke könnt ihr mit 4-5 Stunden reiner Fahrzeit gut in einem Tag schaffen... natürlich könnt ihr euch aber auch mehr Zeit lassen, Zwischenstopps einlegen und die Orte unterwegs genauer besichtigen.
Immer einen Halt wert sind die Roadhouses, an welchen ihr euch mit Treibstoff, Wasser und etwas zu Essen eindecken, aber auch mit den Verkäufern etwas plauern könnt.
Hier könnt ihr auch gut die beeindruckenden Roadtrains (Grosse Lastwagen mit bis zu vier Anhängern) bewundern. Fühlen sich die Fahrer beobachtet, hupen sie auch gerne einmal - wobei hupen leicht untertrieben ist: die veritablen Hörner dröhnen laut im vorbeifahren, bis sich ihr Nachhall mit dem lauten Motorengeräusch und dem Fahrtwind vermischt und schwächer wird. Gehupt wird in diesen Fällen nicht etwa aus Ärger, sondern als Gruss und aus Stolz!
In der Region nördlich von Esperance wird auch sehr viel Getreide angebaut. Da kann es schon einmal passieren, dass euch auf der Strasse ein "Oversize" - Fahrzeug engegenkommt, welches einen kleinen (60 Tonnen) Kornspeicher geladen hat. - Wobei solche "Grain Commander Field Bin" nur auf den Feldern für die Ernte und deren Zwischenlagerung eingesetzt werden. Beim Blick über die Felder werdet ihr sehr viel grössere Getreidesilos oder auch riesige, offene Getreidehaufen sehen. In Westaustralien wird etwa die Hälfte von Australiens Weizen produziert, wovon wiederum ca. 95% exportiert werden, vor allem nach Asien und in den mittleren Osten. Alles in Allem geht es hier in Westaustralien um 8-10 Millionen Tonnen pro Jahr. (Quelle: WA Gov't / Dept of Agriculture and Food)
Um die 50 Kilometer nördlich von Esperance liegt Scaddan. Wir hatten gehört, es sei ein verlassenes (Goldgräber-) Städtchen, ein "Lost Place" und so wurde der Ort sofort als Zwischenstopp ausgewählt. In und um Scaddan leben jedoch noch immer viele Menschen und es gibt eine Schule für die Kinder der umliegenden Farmen.
Trotzdem haben wir auch Erinnerungen an Historisches gefunden, wie diese Plaketten mit den Namen der Pioniere die 1927 - 1973 hier aktiv waren oder eine Karte auf welcher die damaligen Grundstücke eingezeichnet waren.
Der Traktor am Strassenrand hatte auch schon bessere Tage gesehen... Eine Spinne neben den Namensschildern war jedoch sehr lebendig und aktiv. Leider habe ich keine Ahnung, welche Art dies ist - vielleicht kann mir da jemand von euch helfen? Es war die erste Spinne auf meinen Australienreisen, die so richtig wehrhaft aussah  und wir liessen sie natürlich schön in Ruhe. Nicht einmal mein übliches "Hand daneben halten, um die Grösse zu beweisen" - Foto habe ich gemacht.
Auch schöne Wildblumen wuchsen am Strassenrand und noch heute denke ich oft an Scaddan zurück. Vier Tage nach unserer Durchfahrt gerieten nämlich die von Blitzen ausgelösten Buschfeuer, von denen ich euch HIER (link) schon erzählt hatte, komplett ausser Kontrolle und grosse Flächen um Esperance, Scaddan und weiter nördlich brannten nieder.

Traurigerweise kamen bei diesen Bränden vier Menschen ums Leben, zahlreiche Tiere ebenfalls, Farmen, Getreide, Buschland und Naturschutzgebiete wurden zerstört. Andere hatten mehr Glück, kämpften aber teilweise tagelang um Haus und Tiere, bis einsetzender Regen endlich alle Brände löschte. Dass wir so knapp vor den Feuern an diesen Orten vorbeigefahren waren, beschäftigt mich bis heute, aber natürlich sind wir froh um unser Glück!

Einige Links zu den Ereignissen vom 15. bis 23.11.2015 findet ihr hier:
- Spiegel Online: 19-jährige Deutsche stirbt bei Buschbrand (Link)
- N-TV Online: Buschfeuer wüten in West-Australien (Link)
- Blog: Aussie Buschfunk: Buschfeuer in Esperance - ich war dabei! (Link) Ein beeindruckender, persönlicher Bericht
- Blog: Aussie Buschfunk: Buschfeuer in Esperance - der Alptraum geht weiter (Link) Fortsetzung und Rückblick
- Perthnow Online: Photo Gallery: Esperance Bushfires (Link)

Wir fuhren weiter in Richtung Norden und bald änderte sich die Landschaft... Erste Salzseen erschienen auf der Seite der Strasse.
Die manchmal fast ins Unendlich gehenden Strassen führten uns immer weiter...
... bis wir etwa bei der Hälfte der Strecke in Norseman ankamen. In einem Geschäft konnten wir etwas zu Essen kaufen, doch sonst war nicht allzuviel los. Viele der Häuser und Geschäfte waren geschlossen und zum Verkauf ausgeschrieben. Trotzdem leben gemäss Wikipedia noch knapp 800 Menschen hier.
Auch für uns bot sich in Norseman ein Spektakel: Eine grosse Gruppe "Rocker" auf schweren Maschinen fuhr in die Stadt mit den "geschlossenen Saloons" ein, wie in einem Film. Gut, bestimmt waren alle ganz normale Männer auf einem Sonntagnachmittags-Ausflug, aber die Wirkung war wild :-)
Auch nach Norseman folgten nochmals endlos weite Landschaften mit Salzseen...
Später, in Richtung Kalgoorlie, war die Landschaft dann wieder mehr bewachsen.
Von Kalgoorlie Boulder selbst berichte ich euch beim nächsten Mal!

HIER (link) die vorherige Etappe: Cape le Grand National Park - noch besser als jedes Australische Traum-Klischee
Die ganze Übersicht: Traum - Australienreise: West- und Ostküste findet ihr HIER (link)

Liebe Reisegrüsse, Miuh

P.S. Die Eisenbahnlinie, sowie die Strasse, die fast aussehen, als würden sie ins unendliche führen, zeige ich gerne bei "Bunt ist die Welt" zum Thema "Linien" (link) .

Samstag, 25. Februar 2017

Schweiz Suisse Svizzera Svizra

(in Deutsch, Französisch, Italienisch und Romanisch...)
Immer wieder wird mir bewusst, wie schön auch "mein" eigenes Land, die Schweiz ist! Nicht nur können wir uns mit der politisch und wirtschaftlich stabilen Lage glücklich schätzen, auch Landschaftlich hat die Schweiz vieles zu bieten. Und ebenso wie wir eine sprachliche und kulturelle Vielfalt im Land haben, sind auch die Landschaften von Hochgebirge über mediterran, flach, hügelig, grün, städtisch, bewaldet, ... sehr vielfältig. Eines ist jedoch fast überall anzutreffen: Wasser. Die Schweiz ist ein Land der vielen Seen, Flüsse, Wasserfälle, Bäche, Tümpel - und ebenso auch der Gletscher und Schneefelder.

Einige der Schweizer Orte, die ich besucht und für euch beschrieben habe, findet ihr hier:

Von Zermatt hoch zum Gornergrat auf 3089 müM & 10 Tipps dazu



Mittwoch, 22. Februar 2017

Serfaus - Mit dem umgebauten Pistenfahrzeug Masner-Express in die Berge

Nicht nur zu Fuss habt ihr in Serfaus die Möglichkeit, ohne Ski hoch in die Berge zu kommen! Mit dem Masner Express (Link für alle Infos), einem für den Personentransport umgebauten Pistenfahrzeug,   werdet ihr jeweils am Montag, Mittwoch und Donnerstag bequem durch die Berg-Landschaften in die Masner-Skihütte gefahren.
Dafür müsst ihr euch vorgängig anmelden:
Direkt am Schalter der Seilbahnen, via info@skiserfaus.at oder per Tel. 0043 5476 6203-0
Jeweils am Montag, Mittwoch oder Donnerstag stehen euch zwei mögliche Abfahrts- (und Retourfahrts-) Zeiten zur Auswahl:
Abfahrt um 10.00 / Rückfahrt um 13.30 oder Abfahrt um 11.30 / Rückfahrt um 15.00
Start- und Endpunkt der Fahrt ist die Bergstation Lazid.
Ein Ticket für die Fahrt kostet euch 59 Eur pro Erwachsenen und 46 Eur pro Kind.
Damit fährt ihr ab Serfaus zuerst mit der Komperdellbahn bis zur Mittelstation Komperdell und von dort aus weiter mit der Lazidbahn bis zur Bergstation Lazid. Hier werdet ihr schon vom umgebauten Pistenfahrzeug erwartet:
Im Masner-Express ist Platz für 17 Personen, die alle in Fahrtrichtung sitzen können. Durch die Scheiben könnt ihr die Bergwelt aus Perspektiven bewundern, die ihr sonst kaum seht. Ihr fährt durch eher flache Hochebenen, aber auch an super-steilen Abhängen und Pisten vorbei - wie steil es da teilweise hinunter geht, sieht man auf den Fotos gar nicht richtig. Es fühlt sich direkt etwas abenteuerlich an, doch ihr könnt dem erfahrenen Pistenfahrzeug-Fahrer ganz vertrauen.
Damit die Fahrten in die Berge nicht nur wegen der Fussgänger-Touristen durchgeführt werden, wird in der Frontschaufel jeweils auch Material für das Masner - Bergrestaurant hochtransportiert und auf dem Retourweg Abfall mitgenommen.
Über eine letzte Kuppe geht die Fahrt hinunter in Richtung Skihütte Masner (ein schöner, allerdings ziemlicher grosser Betrieb, keine kleine, gemütliche Skihütte!). Hier könnt ihr nun dreieinhalb Stunden lang die Sonne geniessen, euch einen Drink gönnen, draussen oder drinnen essen und euch mit euren Skifahrenden Partnern oder Freunden treffen.
Zur Rückfahrt trefft ihr euch wieder am gleichen Ort, wo ihr schon mit dem Pistenfahrzeug angekommen seid. Manchmal ist dann auch ein leicht verletzter oder erschöpfter Bergsportler dabei, der auf diese Weise gut wieder ins Tal kommt.
Als kleine Zugabe wird euch auf dem Rückweg noch ein Ausflug auf den 2770 Meter hohen Pezid - Gipfel geboten, wo euch die umliegenden Berge erklärt und die Aussicht bis in die Bayrischen Berge und ins Dreiländereck (Schweiz, Deutschland, Österreich) gezeigt werden.
Nach der Fahrt durch Berge mit Kälte und Schnee ist das Pistenfahrzeug manchmal ganz schön eingepulvert... dafür kommt ihr sicher und trocken wieder bei der Bergstation Lazid an - und manchmal werdet ihr als kleines Extra sogar noch bis zur Mittelstation Komperdell gefahren.
Zwei weitere schöne Ausflüge für Fussgänger in und um Serfaus, die ich schon beschrieben habe:
Serfaus - Panorama Genussweg (link)
Serfaus - Kurzwanderung zum Leithe Wirt (link)

Liebe Reisegrüsse, Miuh

Samstag, 18. Februar 2017

Serfaus - Panorama Genussweg

Serfaus-Fiss-Ladis ist ein schönes, grosses Skigebiet, doch auch für Fussgänger und nicht-Skifahrer bieten sich viele Möglichkeiten, die Tage zu verbringen... Spazierwege, Schlittelwege, Langlaufloipen und Kinderspielplätze werden ebenso gut gepflegt, wie die Pisten und sind gut ausgeschildert.
Offiziell startet der Panorama-Genussweg bei der Mittelstation Komperdell und führt auf ca 5.1 Kilometer Weg und in knapp 2000 Metern Höhe bis zur Möseralm. Mein Tipp: Mit den Sunliner-Gondeln hochfahren und von dort den leicht abgekürzten Panorama-Genussweg in die umgekehrte Richtung wandern. Einziger Nachteil: gegen Schluss führt so der Weg in Windungen und entlang der Piste nochmals recht steil hoch, bis die Mittelstation Komperdell erreicht ist.

Eine einzelne Berg-Fahrt mit der Sunliner- oder Komperdell- Bahn kostet euch 10.50 EUR, Berg- und Talfahrt zusammen 13.50 EUR (egal, welche Strecke ihr hoch- und welche hinunterfahrt) und eine Schneewander- Karte (auch für Langlauf) für einen ganzen Tag 24.00 EUR

Die Sunliner-Gondeln bringen euch vom Dorf Serfaus hoch auf knapp 2000m Höhe. Schon ganz am Anfang der Fahrt gibt es ein kleines Naturphänomen, die Erd-Pyramiden (Link zu mehr Infos) zu bewundern. Sie sind entstanden durch Ablagerungen und deren spätere Erosion.

Oben angekommen, führt euch der Weg anfänglich kurz durch ein Waldstück - ein Blick zurück zeigt nochmals die gelb leuchtende Sunliner-Bergstation...

Auch im Wald findet ihr immer wieder lichte, sonnige Stellen...

Und schon bald bietet sich zum ersten Mal die Sicht auf das Dorf Serfaus, weit unten im Tal.
Die Bergwelt rundherum ist auf Schritt und Tritt präsent und die Sonne wärmt auch im Winter beeindruckend stark!
Genuss liegt auch in der Ruhe - und so sind entlang der ganzen Strecke Ruheplätze mit "Bänkli", Hängematten oder Holzliegebetten an sonnigen, windgeschützten Stellen aufgestellt, die euch immer wider dazu verleiten werden, eine kleine Pause einzulegen, euch etwas zu sonnen und die Aussicht zu geniessen.
Auch die Natur tankt hier schon etwas Sonne!
Je näher ihr in Richtung Mittelstation Komperdell kommt, desto mehr Holzhütten, Ställe, Unterstände und auch 1-2 Ferienhäuser seht ihr.
Ab hier habt ihr nun auch noch die letzte Steigung hoch bis zur Mittelstation zu bewältigen, was nochmals richtig in die Beine gehen kann... und auch der Schnee macht die Steigung noch etwas anstrengender.
Nachdem ihr das letzte Stück in Richtung Mittelstation Komperdell geschafft habt, könntet ihr nun mit den Gondeln wieder ins Tal hinunterfahren.
Ich empfehle euch jedoch unbedingt, noch etwas weiter in die Hochebene zu spazieren, die Sonne zu geniessen und in einem der folgenden Bergrestaurants etwas feines zu essen (z.B. Käsespätzle):
in der Cervosa-Alm (link) ...
- Mit diesem Foto zeige ich gerne den Himmel über den Bergen von Servaus bei "In Heaven"-
... oder in der Schalber-Alm (link)

Hier (link) habe ich euch schon eine Kurzwanderung zum Leithe Wirt gezeigt - Beide Wanderungen können auch kombiniert werden, wenn ihr etwas weiter wandern mögt!
Und hier (link) noch ein anderer schöner Ausflug: Mit dem umgebauten Pistenfahrzeug Masner-Express in die Berge

Liebe Reisegrüsse, Miuh





Mittwoch, 15. Februar 2017

Serfaus - Kurzwanderung zum Leithe Wirt

In Serfaus gibt es nicht nur für Skifahrer, sondern gerade auch für Fussgänger sehr viel zu erleben!
Eine Möglichkeit ist eine kurze Wanderung - oder für die sportlicheren unter euch wohl eher ein Spaziergang - auf der Sonnenseite von Serfaus in die Höhe bis zum Pistenrestaurant Leithe Wirt.
Ab der Kirche Serfaus marschiert ihr der Strasse Herrenanger entlang hoch, am Hotel Bär vorbei und weiter in die Höhe aus dem Dorf hinaus. Der Weg zum Leithe Wirt ist gut ausgeschildert.
Anfangs überwindet ihr in relativ kurzer Zeit viele Höhenmeter und könnt schon bald eine schöne Aussicht in die Bergwelt geniessen und euch kurz ausruhen, falls nötig... Später veläuft der Weg nur noch leicht ansteigend. Insgesammt erreicht ihr gut 200 Meter Höhenunterschied von Serfaus auf 1430 müM bis auf 1650 müM beim Pistenrestaurant.
Seht ihr den Ausgangspunkt, die Kirche noch? Auf dem sonnigen Weg wandert ihr in der Höhe in weitem Bogen halb um Serfaus und seht das Dorf aus immer wieder neuen Perspektiven. Auch Möglichkeiten zum Ausruhen und Geniessen gibt es immer wieder!
Die Sonne scheint hier richtig stark und auch wenn rundherum in den Bergen noch tiefer Schnee liegt, zeigt der Sonnenhang schon viele braune Grasflecken. Bestimmt blühen auf diesen Wiesen gegen Frühling auch die ersten Blumen der Region!
Die ganze Strecke bis zum Leithe Wirt beträgt nur etwa 2.5 Kilometer. Schön gemütlich und mit vielen Fotostopps brauchten wir dafür eine Stunde. Mit etwas sportlicherem Tempo geht das bestimmt auch schneller!
Beim Pistenrestaurant Leithe Wirt angekommen, erwarten euch gemütliches Hütten-Feeling mit viel Holz, jede Menge Skifahrer (hier führt die Piste direkt vorbei), sonnige, windgeschützte Sitzplätze, ein Spielplatz zum toben für die Kinder und gutes, aber nicht ganz günstiges Essen und Trinken.
Mmmh Käsespätzle müssen für mich an einem solch schönen Ort einfach sein!

Gestärkt könnt ihr euch später wieder auf den Rückweg machen... Bergab geht das auch viel schneller - Angeschrieben waren 30 Minuten, wir haben (wiederum mit kleinen Fotostopps) 40 Minuten dafür gebraucht.
Nochmals gibt es die Möglichkeit, ausführlich den Blick in die Bergwelt und hinunter ins Dorf Serfaus zu geniessen. Und wenn ihr es lieber ruhig mögt, könnt ihr natürlich auch ein Picknick mitnehmen und hier unterwegs die Mittagspause oder Jause-Zeit geniessen.

Hier (link) findet ihr eine weitere kurze Wanderung hoch über Serfaus: der Panorama Genussweg 
Und hier (link) noch ein weiterer schöner Ausflug: Mit dem umgebauten Pistenfahrzeug Masner-Express in die Berge

Liebe Reise-Grüsse
Miuh