Samstag, 25. November 2017

Lord Howe Island - Alle Informationen, Tipps und Erlebnisse

Wie meine Liebe zu Lord Howe Island begann...

Lord Howe Island war nach Heron (hier) und Moreton (hier) die dritte Insel, welche ich als Traumziel unserer Australienreise ausgesucht hatte und wie auch schon bei den Vorherigen gibt es eine spezielle Geschichte dazu:

Bestimmt kennt ihr das Buch: "1000 Places to see before you die"? Obwohl mich die vielen Traumziele immer lockten, habe ich das Buch nie gekauft. Ich will ja nicht sterben! - Und entsprechend will ich auch nicht an die 1000 Orte reisen, welche anscheinend als Zwischenziele kurz vor dem Tod stehen... dachte ich.

Das Buch hat dennoch den Weg zu mir gefunden - Es wurde mir von einer lieben Freundin auf den Geburtstag geschenkt. Schon beim ersten herumblättern (wo war ich bereits, was wäre noch interessant?) bin ich auf das Bild einer Insel gestossen. Eine Trauminsel!  Sie liegt vor Australien - aber selbst da abgelegen um die 700km weit von Sydney entfernt draussen im Meer - und ist sogar vielen Australiern unbekannt. Die Anzahl erlaubte Besucher ist streng begrenzt und die Natur paradiesisch. Als Insel-Fan mit einer Schwäche für Geheimtipps war der Fall schnell klar: da muss ich hin! Nach viel recherchieren, organisieren, lesen und Informationen sammeln war es so weit: wir konnten unseren Aufenthalt für Lord Howe Island buchen und in die ganze Australien-Reise (hier) integrieren.

Wie ihr mit dem Flugzeug anreisen könnt, habe ich euch ja (hier) schon erzählt... Heute zeige ich euch nun eingeteilt in 15 Kapitel und mit vielen Fotos alle Informationen, Fakten, Tipps und Empfehlungen zu Lord Howe Island selbst, sowie einige praktische Links zu Landkarten und weiterführenden Informationen.


Lord Howe Island - Informationen und Inselgeschichten

 

1. Geografie / Geologie

Die Insel ist nur ca. 0.6 bis 2 km breit und um 11 km lang mit einer Fläche von etwa 14.6 km2. Sie besteht aus den letzten Überresten eines vor ca 6.9 Millionen Jahre entstandenen und schon beinahe komplett abgetragenen Vulkans - man schätzt, dass heute gerade noch etwa 2% der ursprünglichen Masse vorhanden ist. Die beiden Berge: Mount Gower (875 müM) und Mount Lidgbird (777 müM) prägen das Aussehen der Insel und beeinflussen das Wetter, das Klima und den Flugverkehr kräftig mit.



2. Klimatische Besonderheit

Das Klima von Lord Howe ist subtropisch und mild. Im Australischen Winter beträgt die Durchschnittstemperatur 16 C und im Australischen Sommer 23 C und auch die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht sind gering. Die Luftfeuchtigkeit ist durchwegs sehr hoch, kräftige Regengüsse und Gewitter sind häufig und fast immer hängen einige Wolken um die Berge! Mit der Sonne ist die gefühlte Temperatur dennoch angenehm warm. Obwohl die Insel recht klein ist, gibt es unterschiedliche Klimazonen, wobei es im Süden durch die Berge sehr viel feuchter ist, als im Norden.
Die Prognosen von Wetter-Apps für Lord Howe Island sind oft ungenau: Durch die hohe Luftfeuchtigkeit werden häufig Regenschauer oder Gewitter angezeigt, auch wenn gerade die Sonne scheint...

3. Natur, Natur, Natur!

Schon seit 1982 stehen ca 75% von Lord Howe Island unter Naturschutz und gilt die ganze Inselgruppe dank ihrer einzigartigen Landschaften und Tierwelt als Unesco Welterbe (Unesco World Heritage). Zahlreiche Arten kommen endemisch (also nur hier) vor und die Insel ist ein wichtiger Brutplatz für Seevögel, zum Beispiel die Rotschwanz Tropikvögel (red-tailed tropicbird) oder "Mutton Birds" (Shearwater / Sturmtaucher). Ganz besonders und nur hier heimisch ist die nicht fliegende Woodhen (Waldralle). Nachdem 1980 nur noch drei gesunde Tiere gefunden und eingefangen werden konnten, sind es heute durch Zucht und Schutzmassnahmen wieder einige Hundert Tiere.
Ein weiteres spezielles Tier, der Baumhummer (Tree Lobster oder "Lord Howe Island stick Insect"),ein gut 10cm langes Insekt, galt als ausgestorben, nachdem 1918 Ratten von einem gestrandeten Schiff auf die Insel kamen. Schon seit 1920 gab es keine Baumhummer mehr. Erst 2001 wurden einige Tiere auf "Ball's Pyramid" (einer kleinen, vorgelagerten Felsinsel) gefunden und nachgezüchtet. Weitere mindestens 12 Insektenarten, sowie mehrere Vogelarten wurden jedoch durch die Ratten innert kürzester Zeit unwiederbringlich ausgerottet.


4. Schätze im Meer

Das Meer um Lord Howe wird sowohl von warmen als auch von kühlen Meeresströmungen beeinflusst und bietet so einen Lebensraum für eine Vielzahl von Meereslebewesen wie auch Grundlage für das südlichste Korallenriff der Welt. Auch im Australischen Sommer ist das Wasser hier etwas kühler als direkt vor der Küste, so dass sich ein Neopren-Shirt für längere Schnorcheltouren empfehlen kann... ich habe es aber auch gut ohne ausgehalten. Das Wasser ist wunderbar klar und das Riff kann direkt (wenige Meter) ab dem Strand erreicht werden. Die bunten Fischen und anderen Tieren, sowie die unterschiedlichen Korallen werden euch nie verleiden... sie sind immer wieder faszinierend! Mit Quallen müsst ihr kaum rechnen, dafür könnt ihr an einigen Stränden Schildkröten begegnen. Auch für Tauch-Touren gibt es verschiedene beeindruckende Orte zu besuchen - Ein Unterwassertraum!


5. Der Exportschlager: Kentia-Palmen

Auch Kentia-Palmen kommen endemisch (d.h. ausschliessich) auf Lord Howe Island vor. Ab etwa 1870 wurden erste Samen exportiert und die Pflanzen wurden vor allem in Europa immer bekannter und beliebter als Zimmerpalmen. Ab 1970 wurde damit begonnen, Pflänzchen auf der Insel selbst anzuziehen und als Jungpflanzen in alle Welt zu verkaufen. Noch heute bietet der weltweite Export der Kentia-Palmen einigen Familien auf Lord Howe Island ein Einkommen. Vielleicht habt oder hattet ihr ja auch schon eine solche Palme und somit ein kleines Stückchen Lord Howe Island zu Hause?


6. Bewohner und Besucher...

Auf Lord Howe Island leben etwa 400 Menschen - klar, dass hier jeder jeden kennt!  Genau so viele Besucher (also ca. 400) sind jeweils maximal erlaubt und es sind auch nur entsprechend wenige Unterkünfte vorhanden. Man grüsst sich überall freundlich und auch als Touristen und Reisende werdet ihr herzlich aufgenommen und freundlich angesprochen. Wir haben uns schon nach kurzer Zeit gefühlt, als wären wir Teil dieser speziellen Gemeinschaft.

Total bis zu 800 Menschen mag nach viel tönen, aber tatsächlich läuft man einander immer wieder über den Weg! So haben wir das Paar mit dem kleinen Baby aus dem Flugzeug (hier) mehrmals angetroffen... sie waren nach ihrer Ankunft auf der ganzen Insel unterwegs, um allen den neuen Erdenbürger und Insulaner vorzustellen. So schön!

Auch sonst ist die Inselbevölkerung gut vernetzt und vielfältig aktiv. Der Posthalter ist gleichzeitig auch noch Restaurantbesitzer und fährt zusätzlich als "Taxifahrer" die Gäste eines anderen Restaurants nach dem Essen nach Hause, wobei er gleich eine kleine Inseltour mit (Nacht-) Vogelbeobachtung bietet.

... und ein Schweizer Treffen am Ende der Welt

Der Posthalter-Restaurantbesitzer-Taxifahrer hat alle seine Fahrgäste gefragt, woher sie kommen und als Schweizer (unter sonst zumeist Australischen Touristen) waren wir wohl aussergewöhnlich. Aber: es sei gerade noch ein anderes Schweizer Paar auf der Insel, ob wir sie schon getroffen hätten? - Nein... wie sollten wir sie auch finden? Man sieht ja den Menschen ihre Nationalität nicht wirklich an.
Dennoch: Als wir am nächsten Tag an einem Strand waren, sah ich zwei Schnorchler aus dem Wasser steigen und irgend etwas bewegte mich, sie zu fragen, woher sie sind... Ihr könnt es euch denken? Genau: das waren die Schweizer. Ein nettes und lustiges Treffen, so ganz am anderen Ende der Welt!

7. Versorgung

Das Versorgungsschiff "MV Island Trader" (hier), kommt ab Port Macquarie alle 1 - 3 Wochen auf Lord Howe Island an. Frische Lebensmittel wie Früchte, Gemüse und Salate werden deshalb wo immer möglich auf der Insel selbst angebaut. Bei anderen Lebensmitteln kann es schon einmal vorkommen, dass etwas ausgeht, bis das Versorgungsschiff wieder ankommt.

Verkauft wird auf Lord Howe Island in "Tante Emma - Läden" mit sehr gemischtem Angebot, aber auch in einem "Unverpackt" - Laden, in welchem jeder sich in wiederverwendbare Behälter abfüllen kann, was gerade gebraucht wird. Günstig ist auf der Insel eigentlich nichts - verständlich, wenn man bedenkt, welcher Weg und grosse Aufwand nötig ist für alle Güter, die auf die Insel transportiert werden. Allgemein wird angegeben, dass das Preisniveau etwa 40% höher sei als auf dem Australischen Festland.


Zeitungen werden um der Aktualität willen mit dem Flugzeug transportiert, jedoch als erstes wieder ausgeladen, sobald der Flieger ausgebucht ist und Übergewicht besteht. Dementsprechend sind sie meist schon 1-3 Tage alt, wenn sie auf der Insel ankommen. Insulaner haben uns erzählt, wie sie sich auch schon unglaublich gefreut haben, am Samstag tatsächlich auch die Samstags-Zeitung in den Händen zu halten... - bis sie gesehen haben, dass es die Zeitung vom Samstag letzter Woche war.

Das Spital auf Lord Howe - oder besser gesagt, eine kleine Medizinische Station - bietet momentan drei Betten. Komplizierte oder vorhersehbare Fälle (wie zum Beispiel eine Geburt) werden auf das Festland verlegt.

Telefon und Technik... Auf Lord Howe Island hat eigentlich jede Unterkunft und jeder Haushalt ein Festnetz - Telefon. Ein Mobiltelefon-Netz existiert hingegen überhaupt nicht - und zwar auf Wunsch der Inselbewohner selbst. Internetzugang, beziehungsweise Wifi / WLAN wird je nach Unterkunft angeboten. Da müsst ihr euch jedoch bewusst sein, dass die Verbindung ausschliesslich über Satellit möglich und deshalb grundsätzlich sehr langsam oder je nach Wettersituation sogar ganz unmöglich ist.


8. Mobilität - Autos und Fahrräder

Ein Auto zu mieten ist auf Lord Howe Island nicht nötig. Auf der Insel gibt es sowieso wenige Autos und noch weniger Mietautos und die Höchstgeschwindigkeit beträgt gemütliche 25km/h. Empfehlen würde ich euch hingegen unbedingt, Fahrräder zu mieten!  Sie sind sehr praktisch für kleine und grosse Ausflüge und erst noch viel günstiger. Über den Transfer vom Flughafen zur Unterkunft und zurück braucht ihr euch auch keine Gedanken zu machen, ihr werdet rechtzeitig von euren Gastgebern informiert, abgeholt und hingebracht.
Einen Beispiel-Bericht über das Autofahren auf Lord Howe findet ihr hier (x)

9. Essen

Die meisten Unterkünfte auf Lord Howe Island sind Selbstversorger-Appartments. Natürlich könnt ihr euch täglich selbst etwas kochen... Wir haben die Küche nur für das Frühstück benutzt - zu viele andere Möglichkeiten und Angebote gibt es!

In den Dorfläden könnt ihr euch Picnic und Barbecue (BBQ) - Pakete mit frischem Fisch zusammenstellen lassen und am Strand selbst zubereiten. Die meisten Strände sind mit Grillstellen, Tischen und Bänken gut ausgestattet. Beach BBQ ist bei Einheimischen wie bei Besuchern sehr beliebt und Kult auf der Insel.

Am Mittag sind nur einige der Restaurants auf Lord Howe geöffnet. Für ein leichtes und sehr feines Mittagessen kann ich unbedingt das Anchorage Restaurant empfehlen. Genauso fein könnt ihr hier aber auch Frühstück, Abendessen oder etwas Kleines zwischendurch (zum Beispiel die Beer-Battered Fries!) geniessen. Gleichzeitig ist im Anchorage Restaurant auch die Bäckerei der Insel untergebracht.

Für das Abendessen gibt es mit den verschiedenen Restaurants ein spezielles System. Entweder ihr fährt mit dem Velo / Fahrrad Tagsüber gemütlich bei einigen Restaurants vorbei, checkt die Speisekarte und reserviert bei Gefallen. Oder ihr stöbert im Restaurant- und Speisekarten-Verzeichnis, welches in eurer Unterkunft aufliegt und ruft für eine Reservation kurz an.

Eure Gastgeber werden euch zur abgemachten Zeit zum Restaurant bringen wo ihr euer Abendessen geniesst, und die Betreiber der Restaurants bringen euch danach wieder zurück in die Unterkunft. Weshalb? Einerseits ist es ein bequemer und persönlicher Service für euch, anderseits ist es Nachts so dunkel auf der Insel, dass sich wohl viele Auswärtige zu Fuss oder mit dem Fahrrad verirren würden. Und keine Sorge: das Alles läuft ganz selbstverständlich und unkompliziert ab.


10. Unterkünfte


Auf Lord Howe Island gibt es nur zwei klassische Hotels, welche wunderschön, luxuriös aber auch sehr hochpreisig sind. Die restlichen Unterkünfte sind Selbstversorger-Appartments und individuelle, charmante Unterkünfte, wobei ihr ganz nach euren Vorlieben auswählen könnt. Massentourismus oder Bettenburgen gibt es auf der Insel nicht. Mehr dazu folgt in einem separaten Beitrag...



11. Sicherheit


Haustüren, Fahrräder und Autos werden auf Lord Howe Island nicht abgeschlossen und man sagt, es sei eine absolut friedliche, sichere Insel ganz ohne Kriminalität. Der Insel-Polizist ist natürlich trotzdem nicht untätig, er hat diverse Aufgaben und ist unter Anderem auch für die Sicherheit im und auf dem Wasser verantwortlich. Hier den Posten zu führen, ist dennoch DER Polizei-Traumjob in New South Wales!


12. To do: Ausflüge und Touren


Auf die Frage, was man denn auf Lord Howe so tun und unternehmen soll, habe ich einmal die Antwort gelesen: "die Natur geniessen" - und das kann ich nur unterschreiben!

Etwas genauer würde ich euch folgende Tipps geben:

- Die beiden Berge: Mount Gower (875 müM) und Mount Lidgbird (777 müM) können bewandert werden, allerdings empfohlenerweise (für den Mount Gower sogar obligatorisch) mit einem Guide. Die Aussicht ist phänomenal, die Anstrengung jedoch auch! (hier mehr dazu)

- Unternehmt eine Wanderung zum 208 Meter hohen Malabar Hill mit wunderbarer Aussicht. Ihr kommt dabei auch an der Stelle vorbei, wo 1948 ein Catalina-Flugzeug abgestürzt ist und die Trümmer noch immer weit verteilt am Hang liegen.

- Schnorcheln, schnorcheln, schnorcheln! Zum Beispiel am längsten Strand der Insel, am "Lagoon Beach", vor dem ihr das Riff und die Korallen erleben könnt, oder am Ned's Beach, wo die Fische hautnah an euch herankommen und ebenfalls Korallen zu finden sind, oder am Old Settlement Beach, wo oft Schildkröten gesehen werden... Es gibt auch mehrere Anbieter für Schnorcheltouren, die euch zu speziellen Schnorchel-Spots bringen, die von Land aus nicht so einfach zu erreichen sind.

- Vor allem im flachen Teil der Insel, aber auch in Richtung Berge (so weit erlaubt) könnt ihr Velotouren nach Lust und Laune unternehmen und die grünen Landschaften, Pflanzen und Ausblicke immer wieder neu entdecken.

- An verschiedenen Orten der Insel ist es möglich, Vögel zu beobachten. Bringt etwas Zeit und viel Ruhe mit - und natürlich gehört auch etwas Glück dazu, vor allem wenn ihr die Woodhen's sehen wollt...

- Auf verschiedenen Wegen könnt ihr durch den Regenwald mit Palmen und riesigen "Moreton Bay Fig" Bäumen mit Brettwurzeln streifen und ein richtiges Dschungel-Feeling erleben. Auch wenn ihr am Wegesrand entlang schaut, werden euch viele Pflanzen begegnen, die euch als Zimmerpflanzen oder sonstige Exoten bekannt vorkommen... - nur grösser!


13. Soll ich auf Lord Howe Island bleiben?


Normalerweise träume ich nicht vom Auswandern. Klar: ich gehe sehr gerne auf Reisen - doch ich kehre auch immer wieder gerne in die Schweiz und in mein zu Hause zurück.
Auf Lord Howe Island habe ich mich zum ersten Mal ernsthaft gefragt, wie es wohl wäre, hier zu bleiben, hier zu leben...
 
Weshalb?  Erstens ist die Natur auf der Insel wunderschön - wirklich paradiesisch! - und das Wetter mild. Ausserdem ist die Stimmung unter den Bewohnern und sogar zu Fremden sehr freundlich und familiär, das ganze Leben ist eher gemütlich als gestresst. Manches - auch negatives - was auf der Welt passiert, bleibt hier ein Stück weit aussen vor. Ja, das trifft es wohl am Besten: diese Insel scheint wie ein Stück heile Welt: friedlich, sorglos, einfach, natürlich.

In Wirklichkeit gibt es auch auf Lord Howe Island  Negatives und Bedrohungen (dazu gleich mehr!). Aber seht euch vor: Wenn ihr hierhin reist, besteht die Möglichkeit, dass ihr nie mehr weg wollt! ;-)


14. Wird die ganze Insel vergiftet? - Das Paradies ist in Gefahr!


Wie schon weiter oben erwähnt, strandete das Schiff Makambo im Sommer 1918 vor Lord Howe und Ratten, welche auf dem Schiff gelebt hatten, gingen als invasive Art an Land. Auch sie fanden ein Paradies vor: Eine Insel, auf welcher viele Vögel lebten, die nicht oder nur begrenzt flugfähig waren und keine Angst kannten, sowie Insekten, die sich ebenfalls als leichte Beute herausstellten. Innerhalb weniger Jahre waren viele Tierarten ausgestorben oder am Rand der Ausrottung.

Um die Rattenplage zu bekämpfen, wurden vorerst verschiedene Eulenarten auf Lord Howe ausgesetzt. Anstatt die Ratten zu erbeuten, wählten jedoch auch diese die leichtere Beute und schadeten der einheimischen Tierwelt noch mehr.

Seither wurden viele Versuche unternommen, der Rattenplage Herr zu werden - mit Fallen, sowie mit Giftködern.
Nun wollen die Behörden versuchen, sämtliche Ratten (und Mäuse) auf einen Schlag zu töten und auszurotten - mit insgesamt 42 Tonnen Getreide-Giftköder, welche 100 Tage lang in Bewohntem Gebiet von 50-70 Menschen von Hand ausgebracht werden sollen, in unwegsamerem Gelände aber auch aus der Luft abgeworfen werden.

Das Vorhaben ist sehr umstritten, denn natürlich machen sich die Menschen nicht nur Gedanken und Sorgen über ihre eigene Gesundheit und diejenige ihrer Kinder und Haustiere. Auch die Auswirkungen auf die ganze Tierwelt, Pflanzenwelt und Unterwasserwelt der Insel, welche eigentlich geschützt werden sollte, ist unbekannt. Werden mit den Ratten auch gleich alle Vögel, Insekten und sonstige Kleintiere ausgerottet? Was ist mit den Meerestieren, mit den Korallen und auch mit den grösseren Meeresbewohnern, falls ab der Insel Giftwasser ins Meer sickert?

Es wurde schon davon gesprochen, dass die Insel für einige Zeit (1-2 Jahre) komplett evakuiert werden könnte, dass man Wildtiere einfangen und - Arche Noah mässig - irgendwo in Sicherheit halten könnte, bis die Gefahr hoffentlich vorbei ist... Auch finanzielle Fragen wurden gestellt: Wird es allenfalls Entschädigungen geben, wenn der Tourismus für längere Zeit ausfällt?

Trotz vieler Unklarheiten und Gefahren wurde der Gifteinsatz am 22.9.2017 vom Island Board beschlossen und soll um Mitte 2018 (Juni bis August) umgesetzt werden. Die Behörden beschreiben die Vergiftungsaktion als "sicher und erprobt".

Ein schwieriges Thema auf jeden Fall - und ich werde den weiteren Verlauf unbedingt verfolgen.
Die offiziellen Informations-Dokumente findet ihr hier (x)


15. Link-Liste


Zum Schluss habe ich euch eine kleine Link-Liste zu praktischen, hilfreichen und interessanten Seiten zusammengestellt:

* Flug nach Lord Howe Island in Australien - 18 Tipps und Informationen
* Detaillierte Lord Howe Island - Landkarte von Austaliangeographic mit vielen Zusatzinformationen (Lupe+ benutzen!)
* Lord Howe Island Karte mit eingezeichneten Unterkünften
* Unterkunftsmöglichkeiten und Übersicht, buchbar via Oxley Travel
* Offizielle Lord Howe Island - Seite
* Lord Howe Island - Wikipedia-Infos

Nun hoffe ich, ihr mögt Lord Howe Island trotz der momentan etwas unsicheren Zukunftsaussichten genau so sehr wie ich?


Nach unserem Aufenthalt auf dieser Trauminsel flogen wir wieder zurück nach Sydney, wo wir auch das Stadleben noch etwas geniessen wollten...



Hier findet ihr nochmals die 18 Tipps und Informationen über den Flug nach Lord Howe Island
... hier alle Informationen über Hotels und Apartments auf Lord Howe Island
... hier den Bericht: Wo die Fische "Hallo" sagen - am Ned's Beach auf Lord Howe Island
und hier findet ihr die ganze Übersicht: Traum-Australienreise


Liebe Reisegrüsse, Miuh

P.S. Gerne zeige ich meine Liebe zu Lord Howe Island auch bei in Heaven, beim Sonntagsglück, bei den Montagsfreuden, beim Natur Donnerstag und beim Freutag.

Kommentare:

  1. Liebe Miuh,
    Danke für diesen phantastischen Bericht und die traumhaften Bilder!!!
    Dieses kleine Juwel kannte ich noch nicht, bzw hab ich noch nicht mal etwas davon gehört.
    Aber deine Zeilen haben den Zauber wirklich gut rüber gebracht,
    oh ja da steckt Potential zum Dableiben drin, das würde mir glaube ich ähnlich ergehen.
    So ein friedlicher Platz ist selten auf dieser Welt.
    Hoffentlich geht die Aktion gegen die Ratten gut aus, und dieses Paradies behält seinen Charme und die Natur kann weiterhin genossen werden.
    Liebe Grüße
    Kerstin

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    1. Liebe Kerstin
      Vielen Dank für Deine liebe Rückmeldung! Das freut mich sehr, dass dieses Gefühl so rüberkommt... Als ich jetzt all die Fotos nochmals angeschaut habe, konnte ich manchmal jetzt noch kaum glauben, wie schön es dort ist.
      Liebe Grüsse, Miuh

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  2. Liebe Miuh, ein ganz wunderschöner Bericht und voller Zauber. Mein interesse hast du auf jeden Fall geweckt. Die Bilder sind einfach traumhaft schön. Ich kann absolut verstehen wenn du in Erwegung gezogen hast, da bleiben zu wollen. Es scheint wirklich der perfekte Ort zu sein. Bevor ich Familie bekam war ich auch einmal an einem solch zauberhaften Ort. La Gomera eine spanische Insel in der Nähe von Teneriffa. Leider hatte ich damals nur wenig Zeit und wir haben diese Insel auch nur durch Zufall entdeckt. Wir haben das nicht geplant, aber wir waren von ihrer Schönheit begeistert. Vielleicht kennst du sie ja auch und denkst vermutlich das man diese Orte nicht vergleichen kann. Das stimmt man kann es nicht. Aber ich glaube zu verstehen welchen Zauber diese Insel bei dir ausgelöst haben muss, denn ich hatte dieses magische Gefühl damals bei La Gomera. Danke für diesen kleinen Blick auf Lord Howe Island herzliche Grüsse aus Schweden Vivo

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    1. Liebe Vivo, vielen Dank für Deine lieben Zeilen!
      Es ist wirklich traumhaft schön auf Lord Howe Island und ich habe mir beim ansehen der Bilder schon wieder überlegt, ob, wann und wie ich wohl wieder dort hinkomme...
      Von La Gomera ist gerade heute ein Kollege zurückgekommen... Er berichtet ähnliches, wie Du: es ist sehr friedlich, die Natur ist traumhaft und es zieht ihn immer wieder dort hin. Er hat mir auch schon Fotos von einem Nebel-Regenwald auf Gomera gezeigt, das sind ganz zauberhafte Landschaften. Wohl wirklich auch eine Insel, die auf meine "da möchte ich gerne mal hin" - Liste muss.
      liebe Grüsse, Miuh

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  3. Wow! Atemberaubend.
    Lesen habe ich leider jetzt keine Zeit, bin selber erst aus dem Urlaub zurück und blättere nur die Berichte in Blogs von paar Tagen zurück, aber die Bilder sind alle atemberaubend!!! Muß ein Traumort sein.
    Liebe Grüße

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    1. Liebe Flögi, vielen Dank! Ja, das ist wirklich ein Traum-Ort, ein Sehnsuchts-Ort. Liebe Grüsse, Miuh

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  4. Ohhhhhhhhhhhhhhhhhhhh.......meine Liebe!
    Bei dem tollen Bericht und den wundervollen Fotos bekomme ich gerade Fernweh!
    Herzensgrüassli
    Yvonne

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    1. Liebe Yvonne, danke Dir vielmals! Ja, so geht es mir auch immer wieder beim Ansehen der Fotos... Ich erinnere mich an das Gefühl bei unserer Ankunft: es war fast unwirklich, dass es einen so schönen Ort gibt. Liebe Grüsse, Miuh

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  5. Da hast du ja offenbar einen absoluten Geheimtipp bereist. Nie im Leben wäre ich auf so ein Reiseziel gekommen...das Buch scheint doch nicht so schlecht, auch wenn der Titel vielleicht blöd gewählt ist. Ist dort vielleicht auch La Duige drin? Ein bisschen erinnert mich deine Insel ja daran. Was mich wundert ist, dass die Kentia-Palme endemisch ist und trotzdem unter anderen Klimabedingungen, wie Zimmertemperatur, wachsen kann. Bisher dachte ich, endemisch heißt....wächst nirgend anders...?
    Das Rattenproblem ist ja ganz großer Mist...hoffentlich bekommen sie das in Griff. Gift scheint mir auch nicht ganz ungefährlich.
    LG Sigrun

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    1. Liebe Sigrun, vielen Dank! Ja, Lord Howe scheint wirklich noch ein Geheimtipp zu sein: selbst für viele Australier und für Europäer sowieso. Das Buch gibt wirklich viele Inspirationen und bei mir war es eine Art "Liebe auf den ersten Blick" bei einem Foto... völlig doof eigentlich, aber das gibt es bei mir manchmal. La Digue ist tatsächlilch auch im Buch, mit einem Bild des "Anse Source d'Argent". Besonders finde ich, dass in Zusammenhang mit dem Strand vom Superkontinent Gondwana gesprochen wird, worüber ich kürzlich mehrere Dokumentarfilme (zu verschiedenen Kontinenten) gesehen habe. Sehr spannend!!
      Ich denke, Endemisch heisst, dass sie natürlich nur an einem Ort vorkommen. Da die Kentia Palmen als Zimmerpflanzen exportiert und gehalten werden, weiss ich nicht, ob und wie sie an anderen Orten überleben würden...
      Was die Ratten angeht (obwohl ich die Tiere eigentlich auch mag) drücke ich der Insel sehr die Daumen, dass sie - und vor allem die Natur, die übrige Tierwelt - dieses viele Gift überlebt! Auf der Tourismus-Website findet sich nichts darüber und Unterkünfte werden ganz normal (oft mit einem kleinen Discount) weiterhin vermietet... die Situation werde ich sicher in den lokalen Medien und Foren versuchen weiter zu verfolgen.
      Liebe Grüsse, Miuh

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  6. Sagenhaft, die Landschaft, die Tiere, Deine Fotos, die Tips und soooooo....weit weg!
    Einfach toll!
    LG Heidi

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    1. Liebe Heidi, danke Dir vielmals! Ja, leider ist die Insel sehr weit weg... vielleicht macht das einen Teil des "traumhaften" aus, dass der Ort für mich, für uns nicht so leicht erreichbar ist... Liebe Grüsse, Miuh

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  7. Die Fotos sind ein Traum. Ich komme wieder, um hier in Ruhe zu lesen und die Bilder auf mich wirken zu lassen. Heute ist es schon zu spät.
    Liebe Grüße
    Edith

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    1. Liebe Edith, vielen Dank, das freut mich sehr! Die Bilder tun mir gerade auch jetzt im Winter immer wieder gut und manchmal scheint diese Insel wie ein kleiner Traum. Liebe Grüsse, Miuh

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